Monte Carlo
Der Backtest zeigt Ihnen eine Geschichte: die, die eingetreten ist, mit den Trades in genau dieser Reihenfolge. Aber es ist nur eine von vielen, die hätten passieren können. Monte Carlo nimmt die Trades des Backtests und spielt sie tausende Male in verschiedenen Konfigurationen durch und baut so ein Spektrum plausibler Ergebnisse. Es dient dazu, zu beantworten: Wie sehr kann ich dem Ergebnis vertrauen, oder war es (Pech-/)Glück?
Wie man es startet
Von der Ergebnisseite aus öffnen Sie Monte Carlo und wählen die Methode:
- Reshuffle der Trades — verwendet dieselben Trades, mischt aber deren Reihenfolge neu. Isoliert das Sequenzrisiko: wie sehr der Drawdown von der glücklichen (oder unglücklichen) Reihenfolge abhängt, in der die Trades gefallen sind. Der Endgewinn ändert sich nicht, nur die Trajektorie ändert sich.
- Resample mit Zurücklegen — resampelt die Trades: einige wiederholt, andere ausgeschlossen. Öffnet eine breitere Verteilung, weil auch der Endgewinn variiert.
- Monte Carlo Permutation Test (MCPT) — Signifikanztest des Edge (in Kürze verfügbar).
Wie man die Ergebnisse liest
Aus rund 1000 Simulationen ergibt sich für jede Kennzahl nicht eine einzelne Zahl, sondern eine Bandbreite möglicher Werte (die Verteilung). Statt "der Drawdown war 22 %" sagt Ihnen Monte Carlo, in welchem Intervall er vernünftigerweise fallen kann.
- Median (50.) — das typische Ergebnis: die Hälfte der Simulationen läuft besser, die Hälfte schlechter.
- Perzentile (5. und 95.) — die Grenzen des günstigen und des ungünstigen Szenarios. Welche der beiden die "schlechte Seite" ist, hängt von der Kennzahl ab: bei Rendite und Sharpe ist es das 5. (niedrige Werte); beim Drawdown das 95.
- Position des Backtests — wo Ihr reales Ergebnis in der Verteilung fällt. Nahe dem 50. ist es repräsentativ; in Richtung der Extreme war es ein Sonderfall.
- Je breiter das Band, desto unsicherer das Ergebnis.
Eine Einschränkung zum Merken. Der Monte Carlo auf den Trades misst, wie sehr das Ergebnis von der Reihenfolge und der Stichprobe der Trades abhängt — nicht, ob die Strategie einen echten Vorteil am Markt hat. Dafür braucht es andere Tests, wie die Robustezza temporale (walk-forward).
