Monte Carlo forward (Portfolio)
Im Gegensatz zum Monte Carlo auf den Trades einer Strategie (der die Vergangenheit nachspielt) schaut dieser nach vorne: Er nimmt die historischen Renditen des Portfolios und spielt sie tausende Male in verschiedenen Kombinationen durch, um ein Spektrum davon zu bauen, wie sich das Portfolio in den nächsten 10 Jahren entwickeln könnte. Er beantwortet: Wohin kann es gelangen, und wie viel kann ich verlieren?
Wie man es liest
Aus rund 1000 Trajektorien ergibt sich für jedes Ergebnis (Endwert, Rendite, Drawdown) nicht eine einzelne Zahl, sondern eine Bandbreite möglicher Werte.
- Median — das typische Ergebnis: die Hälfte der Trajektorien läuft besser, die Hälfte schlechter.
- 5. Perzentil — das ungünstige Szenario: nur 1 Trajektorie von 20 läuft schlechter.
- Verlustwahrscheinlichkeit — in wie vielen Trajektorien das Portfolio unter dem Startkapital schließt.
- Das Band umschließt, wo die meisten Trajektorien fallen; je breiter es im Zeitverlauf wird, desto mehr wächst die Unsicherheit.
Eine Einschränkung zum Merken. Diese Projektion nimmt an, dass die Zukunft aus derselben "Urne" von Renditen wie die Vergangenheit schöpft. Sie erfindet keine nie gesehenen Szenarien und ist so reichhaltig wie die Historie des Backtests: Wenn der Backtest eine glückliche Periode erwischt hat, fallen die Projektionen optimistisch aus. Es ist eine bedingte Projektion, keine Prognose.
